Umbau, Umzug, Uferlos 1

Die letzten Monate (gefühlte Jahre) bin ich nicht mehr zum Schreiben gekommen. Zu viel ist in zu kurzer Zeit passiert. Mitte letzten Jahres haben wir erfahren, dass das Haus in dem wir zur Miete wohnten verkauft werden sollte. Da Alternativen für eine Familie mit drei Kindern in dieser Gegend seltener als Wasser in der Wüste sind und Baugrund erst gar nicht vorhanden ist, war das eine ziemliche psychische Belastung.

Zum Glück hat sich gegen Ende 2013 eine Lösung abgezeichnet, so dass wir mittlerweile im Eigenheim wohnen. Dazwischen habe ich meine Eltern in eine Eigentumswohnung umgezogen, sowie das 90 Jahre alte Elternhaus komplett renoviert und an unsere Bedürfnisse angepasst. Das bedeutet, Böden, Fenster, Türen, Heizung, Rohre, Elektrik erneuert. Alle Decken vom Heraklit befreit, im 1. OG gedämmt und im Trockenbau verschalt. Diverse Räume mit Durchbrüchen verbunden bzw neuen Wänden getrennt, sowie das Bad vergrößert und behindertengerecht umgebaut. „Dank“ einer Leisten-OP war ich noch dazu 6 Wochen außer Gefecht.

Im Januar 2014 war das Haus quasi entkernt und moralisch ein ziemlicher Tiefpunkt erreicht, da es gefühlt von Tag zu Tag schlimmer aussah. Mit jedem entfernten Teil kam ein neues Problem zum Vorschein. Sei es ein durchnässter Dachbalken oder ein Fehlboden, der erst in mühsamster Arbeit begradigt werden musste. Dazu kam, dass die Kinder natürlich auch betreut werden mussten und wir deswegen kaum länger als bis 18:00 Uhr auf der Baustelle sein konnten. So ganz nebenbei ging ich auch noch zur Arbeit und meine Frau schmiss jeden Tag bis Mitternacht noch den Haushalt. Kurz gesagt: Es war ein ziemlicher Albtraum. Zum Glück ging es im Laufe des Februars aufwärts, da jeder Raum mit jedem Tag ein wenig schöner und fertiger wurde. Als mein Vater und ich im März Raum für Raum den Boden verlegen und weißeln konnten, war ein Ende in Sicht.

Natürlich stand noch der Umzug an, der zwar schon gut vorbereitet war, aber trotzdem immer noch stressig genug war. Vor allem der Keller in der alten Wohnung erwies sich als Quell steter Freude, wenn es um das Verstauen des Eingepackten neuen Haus ging. Trotz stetiger Entsorgung in den letzten Jahren war das immer noch viel zu viel.

Mittlerweile sind wir wieder auf einem Niveau angekommen, das es uns erlaubt Abends einen Film zu schaun oder zusammen Mario Kart zu spielen, wenn die Kinder schlafen. Was früher eine Selbstverständlichkeit war, ist jetzt wieder ein kostbares Gut, das wir so richtig genießen. Einfach einmal zwei Stunden nichts tun. Unbezahlbar.

An dieser Stelle geht mein Dank an all die fleißigen und unermüdlichen Helfer ohne die wir all dies nie geschafft hätten. Meine Schwiegermutter für die stetige Kinderbetreuung, meinen Schwiegervater der wochenlang beinahe im Alleingang Tag und Nacht das komplette Haus entkernt hat. Meiner Schwägerin und ihrem Freund, die gefliest und verputzt haben. Meine Eltern, ohne die das alles gar nicht möglich gewesen wäre. Und natürlich meine Frau, die mit ihren Ideen und ihrer Durchsetzungskraft aus einem alten Haus ein wunderbares Heim für unsere Familie gemacht hat und ganz nebenbei noch für ihre vier Männer sorgt.

Vielen Dank.

One comment on “Umbau, Umzug, Uferlos

  1. Stefan Amschler Mai 28,2014 21:16

    Schön dass es vorwärts geht! Ich freu mich für Euch!

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