Flüchtlinge in Freilassing

Es ist erstaunlich wie präsent die Flüchtlingsthematik in unserem Leben geworden ist.

An der Grenze zwischen Salzburg und Freilassing gewöhnt man sich langsam an das alltägliche Bild von Polizeibussen, Mannschaftstransportern und Hubschraubern, die an manchen Tagen beinahe ohne Unterlass über uns hinweg brettern. Waren es vor den Kontrollen noch einzelne Gruppen von Familien, die am Straßenrand nach dem Auffanglager gefragt haben, warten jetzt an der Grenzbrücke und den Bahnhöfen wahre Massen an Menschen.

Das Leben an einer offenen Grenze, an das wir uns in den letzten Jahren so gewöhnt hatten, hat sich radikal verändert. Der Weg zur Schule oder zu Arbeit, der bis vor kurzem noch ohne Probleme in wenigen Minuten zu bewältigen war, ist teilweise kaum noch unter ein oder zwei Stunden zu schaffen.

Trotzdem arrangiert man sich mit dem Geschehen. Man ist froh, nicht selbst jeden Tag über die Grenze zu müssen, weil Schule, Arbeit und Wohnort im selben Land sind. Man sieht in den Nachrichten die Bilder der Ereignisse, die sich nur unweit vom eigenen Heim abspielen. Registriert, dass sich da etwas noch nie zuvor erlebtes abspielt und ist trotz all dem seltsam unberührt in seinem eigenem Tagesablauf und alltäglichen Problemen. Man diskutiert mit anderen, sucht nach Gründen und Lösungen, sieht täglich Familien mit Kindern, deren Schicksal man sich nicht auszumalen vermag und ist am Ende doch ratlos, weil der beste Weg – diesen Menschen bald wieder eine sichere Heimat in ihrem Land zu geben – unmöglich geworden zu sein scheint.

Vor Jahren lief ein „Spot“ im TV, in dem davor gewarnt wurde, dass jederzeit halb Afrika vor unserer Tür stehen könnte, wenn wir nichts dazu lernen würden. Daran denke ich mittlerweile fast jeden Tag.